Entdeckungsreise in die Magdeburger Musikgeschichte

30.05.2016

unMittelBARock! - 22.Tage Mitteldeutscher Barockmusik sind gestern zu Ende gegangen

In Magdeburg ist gestern das Festival unMittelBARock! zu Ende gegangen. Zum 22. Mal hatten die Tage Mitteldeutscher Barockmusik vom 27. bis 29. Mai 2016 dazu eingeladen, den musikalischen Reichtum und die barocken Traditionen der Gastgeberstadt (wieder) zu entdecken. In insgesamt zwölf Veranstaltungen hatten Musiker wie Besucher die Gelegenheit, magdeburgische Kostbarkeiten aus der Musikgeschichte und vergessene Werke in begeisternden modernen Erstaufführungen zu erleben. Insgesamt kamen rund 820 Besucher, das entspricht einer durchschnittlichen Auslastung von 63 Prozent.

„Das Festival gestaltete sich zu einer echten Entdeckungsreise, sowohl für die Musiker, als auch das Publikum“, sagte Dr. Christina Siegfried, Künstlerische Leiterin der Tage Mitteldeutscher Barockmusik. „Mit unserem breit aufgestellten Programm haben wir eine ganz unterschiedliche Klientel erreicht. Allerdings mussten wir auch aufgrund eines ganztägigen Stromausfalls rund um das Kunstmuseum Kloster unser Lieben Frauen am Samstag für drei Veranstaltungen kurzfristig Lösungen finden. Hier danke wir vor allem der Domgemeinde, die uns für das Festkonzert mit der Biederitzer Kantorei spontan den Remter zur Verfügung stellte. Aber auch die anderen Kooperationspartner, sei es das Kunstmuseum oder das Gesellschaftshaus, trugen mit viel Engagement und großer Professionalität dazu bei, dass alle geplanten Konzerte dennoch stattfinden konnten.“

Neben vielen anderen bedeutenden Musikern der Barockzeit stand beim Magdeburger Festival anlässlich seines 300. Geburtstags vor allem Johann Heinrich Rolle (1716–1785) im Mittelpunkt. Als Organist, Städtischer Musikdirektor und Kantor schuf er wichtige Grundlagen für das Erblühen eines bürgerlichen Musiklebens in Magdeburg Mitte des 18. Jahrhunderts. Ihm war das große Konzert am Sonnabend mit der Biederitzer Kantorei und der Cammermusik Potsdam unter der Leitung von Michael Scholl gewidmet.

Beim Eröffnungskonzert am 27. Mai im Remter des Doms brachte das „Ensemble 1684“ unter der Leitung von Gregor Meyer der Musik aus dem Altstädtischen Gymnasium zu Magdeburg zu Gehör. Das musikalische Leben der Stadt verdankt seinen frühen Reichtum insbesondere den Kantoren und Lehrern dieser 1524 gegründeten bedeutenden protestantischen Ausbildungsstätte. Über viele Jahrzehnte wirkten hier sowie an den sechs Pfarrkirchen und dem Dom Magdeburgs Musiker wie Martin Agricola, Friedrich Weißensee, Heinrich Grimm oder Malachias Siebenhaar und bereiteten nicht zuletzt das überaus fruchtbare Umfeld für ein Genie wie Georg Philipp Telemann.

Der musikalische Nachwuchs des Magdeburger Konservatoriums Georg Philipp Telemann hatte die Gelegenheit, in einem Workshop mit der Barockgeigerin Beatrix Hülsemann unter professioneller Anleitung Alte Musik zu proben und noch am selben Tag in einem Konzert aufzuführen. Ein Nachtkonzert im Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen gehörte zu den weiteren Höhepunkten des Festivalprogramms. Das „Hauskonzert“ mit Lesung von Christian Steyer bot unterhaltsame Einblicke in das geistig-kulturelle Gesellschaftsleben Magdeburgs im 18. Jahrhundert. Während des Festivals präsentierten Experten wissenschaftliche Erkenntnisse und musikalische Kostbarkeiten der Magdeburger Musikgeschichte. Bereits seit dem 2. Mai war in der Stadtbibliothek Magdeburg die Ausstellung „Klangraum Mitteldeutschland“ – eine multimediale Zeitreise in die mitteldeutsche Barockmusik zu sehen.

2017 sind die Tage Mitteldeutscher Barockmusik im sächsischen Grimma zu Gast.

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